Saison 2017 – Rückblick und Vorschau

November 2017

Wieder zuhause nach 10 Tagen an Bord und realisieren, dass die Saison nunmehr endgültig zu Ende ist. Naja, nicht ganz, da wir dieses Jahr Silvester in der Marina feiern werden. Aber zumindest segeltechnisch. Somit und weil ich gerade so an Conny und Paul denken muss, die vor ein paar Tagen nach St. Lucia geflogen sind und die „My Lady“ bereits wieder gewassert haben und jetzt bald in die Segelwelt der Karibik starten, ist es Zeit für einen Rückblick.
2017 war irgendwie gechillt. Statt vieler Ziele und großer Entfernungen haben wir es vorgezogen, teilweise eine Woche und mehr einfach zu buchteln. Es war schön, keine Frage, aber irgendwie nicht befriedigend. Insofern freue ich mich schon sehr auf 2018. Da werden wir nämlich mit Bibi und Uli über Elba nach Korsika segeln, dort die Westküste herunter bis Bonifacio gehen und danach (wenn wir die beiden in den Flieger nach hause gesetzt haben) weiter in den Norden Sardiniens segeln und u.a. auch Anke und Uwe wiedersehen.
Im September waren wir mit dem Wohnmobil ein paar Tage in Vrsar, unserer alten Heimat in Kroatien. Es war wunderschön und wir haben viele alte Bekannte wiedergetroffen. Jedesmal, wenn wir dort sind, schauen wir beide uns an und denken über eine Rückkehr nach – allerdings dauert es keine Woche, bis wieder über neue Bojenfelder, neue Gebühren und Steuern usw. berichtet wird. Dieses Jahr war es die neue Bootssteuer, die uns den Gedanken an Rückkehr ganz schnell wieder beerdigen ließ. Schade an sich, ist doch die Küste mit ihren vielen Inseln ein wunderschönes Revier.
Aber das sind Elba, Korsika und Sardinien sowie die anderen toskanischen Inseln auch. Das Revier gefällt uns zunehmend besser. Ein wunderschönes Segelrevier – von den freundlichen und offenen Menschen, dem Essen, den guten Weinen und der exzellenten Infrastruktur ganz zu schweigen.
Nachdem uns auch die Marina sehr gut gefällt, wir nette italienische Nachbarn haben und wir in weniger als 7 Stunden mit dem Auto da sein könnnen, werden wir wohl noch länger da bleiben. Und das bringt mich zurück zum Thema „Blog“.
Diese Webpage wurde 2013 an sich ja nur deshalb ins Leben gerufen, weil wir damals noch so enthusiastisch waren, um die Welt segeln zu wollen. Dies hat sich ja nun endgültig zerschlagen und wir werden die schönen Reviere dieser Welt ausserhalb des Mittelmeeres zwar auch segeln – aber auf Charterbooten.
Insofern wird die Seite für Externe immer uninteressanter (das scheint sich auch in fehlenden Kommentaren und Eintragungen ins Gästebuch niederzuschlagen).
Andererseits ist es ja auch eine schöne Erinnerung für uns, die Familie und unsere Freunde – letztendlich war das der Hauptgrund für die webpage. Insofern haben wir beschlossen, sie nicht abzuschalten. Und da ich nächstes Jahr mit Conny und Paul (die sich inzwischen schweren Herzens ebenfalls von dem Gedanken an eine Weltumsegelung verabschiedet haben und insbesondere wegen der Hurrikans die Karibik schnell verlassen möchten) von Tortola bis zu den Bermudas mitsegele, wird es sicherlich auch einige interessante Beiträge geben -jenseits von Buchteln, gutem Essen und Sundownern 🙂

…wieder dahoam

28.07.2017 Marina Cala de Medici

Am Samstag sind wir von Macinaggio aufgebrochen und straight in unsere Marina gelaufen. Die Welle war zwar – leider – noch da, aber mit dem Wind haperte es, so dass wieder der Jockel gefragt war. Die Entscheidung, zurückzulaufen, war aber absolut richtig, denn am Sonntag fing es an zu blasen. Mistral! Und wie! Es ging rauf bis 40 kts und obwohl das bei weitem noch nicht die Windgeschwindigkeit war, die hier im Winter entstehen kann, wurde es in der Marina unruhig. Nicht nur die Welle brachte die Boote zum Tanzen, nein, trotz einer acht Meter hohen Mauer schoss die Gischt darüber. Die direkt an der Mauer liegenden Boote bekamen deftige Duschen ab und auch wir, die wir weiter weg lagen, durften an den nächsten Tagen das Schiff immer wieder mit einer Süsswasserdusche beglücken. Montag begannen die üblichen „wir-verlassen-das-Schiff“-Arbeiten.
Dienstag gönnten wir uns eine Auszeit und fuhren mit dem Wagen nach Lucca. Lucca ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, hat rd. 90.000 Einwohner und war im 13. Jahrhundert eine der wichtigsten Städte der bekannten Welt. Wir schlenderten rd. drei Stunden durch die bezaubernde Altstadt – wenn es nach Nadine gegangen wäre, hätten wir auch noch locker sechs Stunden drauf legen können. Allerdings mehr wegen der Geschäfte als wegen der Historie 🙂
Mittwoch war wieder „Einwintern“angesagt. Ich weiss, es hört sich lustig an, Ende Juli. Aber da wir das nächste Mal wahrscheinlich erst im November hier sein werden, macht es Sinn, Wassermacher, Schlauchboot, Aussenborder, etc. bereits jetzt für die Saison 2018 einzuschläfern.
Donnerstag gab es den nächsten Ausflug. Wir hatten irgendwann in einem Restaurant einen sehr guten Rotwein von hier getrunken und beschlossen, das Weingut bei nächster Gelegenheit aufzusuchen. Und so fuhren wir gen Süden.
Bevor ich es vergesse: zwar habe ich dieses Mal meinen Foto zu Hause gelassen, aber dank iPhone gibt es doch ein paar Fotos für die Bildergalerie. Und die stelle ich bald ein.
Die Fahrt durch die wunderschöne Toskana war bereits ein Erlebnis, das Weingut entpuppte sich dann als I-Tüpfelchen.
Wie so oft lag das Stammhaus oben auf einem Hügel, die lange Auffahrt war mit Zypressen bepflanzt. Das Haus selbst war zudem noch ein kleines Luxushotel mit 7! Zimmern, Pool und Restaurant. Halt für diejenigen, die einmal gaaanz viel Ruhe brauchen und dafür auch das nötige Kleingeld auszugeben bereit sind. Ich müsste lügen, wenn ich nun behaupten würde, dass es mir nicht sehr gut gefallen hätte, geschmackvoll eingerichtet und sehr schön gelegen.
Aber für den Gegenwert einer Nacht gehe ich dann doch lieber eine ganze Woche segeln. Wie auch immer, etwas Wein haben wir natürlich mitgenommen 🙂
Heute werden die letzten Arbeiten erledigt, morgen gechillt und abends das obligatorische Captain’s Dinner in unserem Hafenrestaurant spendiert und Sonntag geht es nach Hause. Und dann schauen wir mal, wann wir es wieder hier her schaffen. Spätestens Sylvester – dieses Jahr wollen wir an Bord feiern.

Jeder Tag auf See ist ein verlorener Tag im Hafen :-)

21.7. 2017 Macinaggio

Zuerst einmal ganz herzlichen Dank an die vielen, die Anteil genommen haben. Nadine’s Mutter geht es deutlich besser, sodass Nadine auch von einem Flug Abstand genommen hat.

Wir liegen immer noch in Macinaggio. Das liegt zum einen daran, dass wir das Örtchen wirklich mögen und zum anderen, dass wir eine sehr schöne Zeit mit unseren Freunden Heidi und Michael verbringen. Ihr neues Schiff ist sehr schön, aber wie das immer so ist: an einem gebrauchten Schiff bastelt man erst einmal herum und so ist Michael ganz schön beschäftigt. Aber zum gemeinsamen Grillen auf der „Deep Blue“ und schwäbischen Maultaschen mit Salat auf der Purpurmond reicht die Zeit immer. Gestern haben die beiden mir mit Ihrem neuen VW Campingbus (Nadine wollte endlich einmal ein wenig Zeit für sich haben) einige wunderschöne Buchten an der Nordküste gezeigt und heute wollen wir zusammen nach Centuri fahren. Centuri soll ein wunderschönes altes Fischerdorf sein, in dem sich die Fischer hauptsächlich auf das Einsammeln von Schalentieren spezialisiert haben. Nun, wir sind auf das Vernichten dieser Tiere spezialisiert, schaun mer mal, ob wir da nicht zu einem Agreement kommen. 🙂
Ach ja, ein Grund, warum ich hier den Platz jeden Tag nochmal für eine Übernachtung und schmerzlichem Abgang von Liquidität verlängere, ist allerdings auch der seit Tagen blasende Starkwind. Morgen soll es abflauen, dann bleibt zwar noch eine doofe Welle von der Seite, aber wir wollen uns dann auf die 50 nm in unsere Marina machen.

Mahnung erhalten…

17.07. 2017 Portu Paul Luigi/Macinaggio/Korsika

Nun ist es schon wieder mehr als eine Woche her seit dem letzten Blog. Und trotz der vielen Dinge, die inzwischen passiert sind, war ich etwas unsicher, ob ich überhaupt einen schreiben soll. Denn zum einen ist es ja schon ein Unterschied, ob man das Mittelmeer durch- oder den Atlantik überquert und damit viel zu berichten hat oder einfach nur buchtelt und zum anderen denkt man dann auch, ach wen interessiert das eigentlich alles.
Insofern kam der Eintrag ins Gästebuch von unseren lieben Freunden Uli und Bibi – genau, das sind die, die wo da gerade sich laut und deutlich das „Ja“-Wort gegeben haben und wenn es nach allen Beteiligten geht, aus der Nummer auch nicht mehr rauskommen!!! Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, bei den Grüßen im Gästebuch und der höflich formulierten aber knallhart gemeinten „Bitte“ (ich kenne doch meine liebste Freundin 🙂 )ich möge doch mal bitte wieder was schreiben. Weil (vermute ich), man langweile sich in der Provence. Na, da denk ich doch, so als frisch verheiratet……. …..aber ich schreibe ja gerne etwas.
Kurz nachdem ich den letzten Blog geschrieben hatte, begann unsere Pechsträhne. Erst sprang der Generator nicht mehr an, dann ging der Aussenborder bei niedrigen Drehzahlen aus und Snowy hatte nach einem Spaziergang durch Büsche Pocken, die ihn sehr gejuckt haben. Das UKW hatte sich vorher schon verabschiedet und man fragt sich, ob man überhaupt noch Lust am Segeln hat.
Viele Telefonate später mit Tierärzten in Deutschland, Mechanikern in Deutschland usw. und erheblichem Frustaufbau beschlossen wir als erstes, Sardinien und den Besuch bei Anke und Uwe zu canceln. Wir hatten uns zwar riesig darauf gefreut, die beiden wiederzusehen, aber irgendwie war die Luft raus. Zumal ein „Fachmann Mechanico“ auf Elba zwar gut an uns verdient hatte, der Generator aber nach kurzer Zeit wieder seinen Geist aufgab.
Das Wetter bzw. der Wind spielten auch nicht richtig mit, sodass wir den Plan, Stephanie und Olli in Cavo abzuholen, wegen des heftigen Schwells aufgeben mussten. Gott sei Dank war es problemlos, die beiden nach Portoferraio umzuleiten. Dann hatten wir mit den beiden drei schöne Tage an Bord, immer begleitet von der „Spirit of the Wind“, fuhren nach Porto Azzurro und zum Lacona Beach.
Dort verließen uns zuerst Sören und Claudia mit ihren Kids, da sie Besuch in Bastia abholen mussten und auch weiter Richtung Süden ziehen wollten.
Vor drei Tagen dann auch noch Stephanie und Olli, die ihre Italienrundreise mit dem Auto fortsetzten.
Snowy ging es inzwischen an der Pfote nach Verband und Salbe deutlich besser, was er dann zum Anlass nahm, sich irgend ein Wehweh an der Hüfte zu holen. Nadine war langsam mit den Nerven runter, aber nach drei Tagen schien es ihm auch da wieder besser zu gehen.
Wir beschlossen dann, noch nach Korsika zu segeln, um Heidi und Michael in Macinaggio zu treffen. Sie haben sich ein neues Schiff auf den Balearen gekauft, es bereits hierher gesegelt und wollen heute nacht mit der Fähre ankommen. Endlich einmal ein schöner Segeltag: bei schönen NO ging es mit bis zu 8 kts von Elba nach Korsika – da störte selbst die quer laufende alte Welle nicht so sehr.
Als wir gerade glaubten, die Pechsträhne wäre beendet, da der Aussenborder wieder rund lief (von alleine) und ich nach zweistündigem „auseinandernehmenundwiederzusammenbauendiverserteile“ es tatsächlich geschafft hatte, dass der Generator nicht nur ansprang sondern -heureka – sogar vor sich hinschnurrte, traf die Nachricht ein, dass Nadine’s Mutter mit dem Notarzt ins Krankenhaus musste und auf der Intensivstation liegt. Insofern liegt schon wieder ein Schatten auf uns und Nadine überlegt, hochzufliegen.

Warum eigentlich gibt es immer wieder diese seltsamen Gesetzmässigkeiten?

09.07.2017 36 sm Golfo della Biodola

Da liegt man tagelang in der Marina bei blauem Himmel und 37 Grad. Kein auch noch so laues Lüftlein weht die Schweissperlen von der Stirn. Die Sonne steht immer so, dass genau der Teil des Schiffes nicht im Schatten liegt, in dem man sich gerade aufhält. Das Wasser aus dem Schlauch kühlt nicht mehr ab, sondern hat Badewannentemperatur. Und sich im Hafen abkühlen…. der Gedanke alleine verbietet sich beim Blick ins Wasser.
Und dann läuft man aus und was passiert? Der Wind bleibt weiter aus und sechs langweilige Motorstunden bis nach Elba gehen einem auf die Nerven. Kaum liegt man dann in der Bucht, frischt der Wind auf, wird böig, kommt beim Ankern aus der falschen Richtung, dunkle Wolken ziehen am Firmament auf, es wird frisch und der Gedanke an Schwimmen oder gar Schnorcheln platzt wie eine Seifenblase. Man fragt sich, warum man eigentlich den sicheren Hafen verlassen hat und denkt über Ankerwache nach.
Und als ob das nicht bereits genug wäre, zeigt der aktuelle Wetterbericht für die Nordküste Elbas sonniges Wetter mit 10 kts Wind. Also irgendwie wird mir das Verreisen mit dem Wohnmobil immer sympathischer.
Gut, unsere Freunde von der „Spirit of the Wind“ liegen mit ihrem Kat neben uns, wir liegen auf 8 m Tiefe, nicht auf Legerwall, den Anker sieht man im Sand nicht mehr und haben beide gut 55 m Kette draussen. Also wirklich keine bedrohliche Situation. Aber irgendwie frage ich mich halt, ob in diesem Wetterverhalten nicht eine Systematik steckt.
Na, Scherz beiseite. Es hat immer noch gute 27 Grad, sowohl im Wasser als auch in der Luft und die Verpflegung an Bord ist exzellent dank der Skippersfrau.
Wollen wir aber trotzdem hoffen, dass das nur eine Störung ist, denn Stephanie und Olli würden wir schon gerne sonnige Tage wünschen.