Wieder daheim

25.7. 2018

Die Woche in Solenzara verging doch relativ schnell. Franks Frau arbeitet in einer netten kleinen Bar, die wir deshalb häufiger aufsuchten. Mein Französisch wurde zwangsläufig immer besser und wir freundeten uns mehr und mehr mit ihm und seiner Familie an.
Am Dienstag wurde Frank wirklich fertig und – wie vermutet -er lieferte ein Meisterstück ab.
Mittwoch ging es dann über 60 sm – nicht nach Elba, wie geplant – sondern Richtung Cap Corse. Da Heidi und Michael in der darauffolgenden Nacht mit der Fähre in Bastia ankommen wollten, hatten wir kurzfristig umentschieden und beschlossen, mit Ihnen noch ein paar Tage in Macinaggio zu verbringen.
Als wir Donnerstag morgen den Anker aufholten, um die letzten 8 sm zu segeln, kamen sehr besorgniserregende Nachrichten aus der Heimat. Nach kurzer Beratung beschlossen wir, den Sommerurlaub abzubrechen, änderten den Kurs auf unsere Marina und kamen dort abends an. Bis in die Nacht wurde dann das Schiff noch aufgeklart und am nächsten Morgen fuhren wir zurück nach Aschau.
Ja, und das war der Sommer 2018. Etwas abrupt endend, aber die Entscheidung war richtig gewesen.

Solenzara und kein Ende

14.07.2018
Am Montag waren wir hier angekommen und wollten ansich nur bis Dienstag bleiben. Aber wie so oft, hatten wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Und der Wirt hieß diesmal Frank.
Frank ist ein absoluter Fachmann, ja ein Perfektionist in Sachen Harz und Gelcoat. Wir hatten seine Arbeit schon einmal vor zwei Jahren in Anspruch genommen und waren damals sehr zufrieden. Nun sollte er uns einen Einbauschrank im Cockpit fertigen. Im Laufe der Fertigung traten aber dermassen viele Probleme auf (u.a. lief die Seilsteuerung genau dort lang, wo der Schrank hin sollte), dass er heute entnervt meinte, wenn er das alles gewusst hätte, hätte er den Auftrag nie angenommen. Dienstag soll das letzte Teil montiert werden, so dass wir hoffentlich am Mittwoch loskommen. Es ist ja nicht so, als ob es uns in dieser Marina nicht gefallen würde, aber ich sage nur „Hochpreissaison“!!
Hinzu kommt, dass Frank kein Wort Englisch geschweige denn Deutsch spricht. Am Anfang lief unsere Konversation ausschließlich über das Google Übersetzungsprogramm, dann war Petra mit fließendem Französisch ja noch einen Tag da und inzwischen spreche ich schon fast fließend. Na, fast. Oder soeben. Aber wie auch immer, wir können uns von Tag zu Tag besser verständigen.
Ach ja, und dann haben wir ja noch zwei Schäden – am Bug (da hat uns einer in Abwesenheit gerammt, das Gelcoat ist über 20 cm weggesplittert und dahinter „lagoonmäßig“ kein Harz!!) und an der linken Seite (Italiener hat uns beim Einparken ohne Fender quer erwischt; leider hat keiner Zeit, das zu reparieren). Den Bug macht Frank dann behelfsmäßig auch noch (für eine perfekte Reparatur hat er keine Zeit) und aus demselben Grund muss ich mich um unsere linke Seite selbst kümmern. Also, wie war der Spruch? „Man repariert sich um die Welt“ – und das gilt auch im kleinen Mittelmeer.
Gestern Abend war hier ein Riesenfeuerwerk (weil heute Nationalfeiertag ist) und heute morgen war unser Deck schwarz von den heruntergerieselten Böllern. Aber was soll´s, wir haben ja Zeit.

…wieder alleine

10.07.2018
Und wieder hatten wir eine sehr schöne gemeinsame Zeit an Bord, diesmal mit unserer Freundin Petra. Sie kannte unser Schiff noch nicht und insofern war es für sie im doppelten Sinne eine neue Erfahrung. Denn auch in Sardinien und Korsika war sie vorher noch nie gewesen.
Obwohl uns Starkwind zwei Tage in Bonifacio fest hielt (es soll Schlimmeres geben 🙂 ), schafften wir es noch zwei Tage in die Rondinara. Dort war dann chillen pur angesagt, was in Anbetracht des lagunenhaften Charakters der Bucht mit ihrem türkisfarbenen Wasser leicht fällt. Neben lesen, schwimmen und schnorcheln wurde unser Surfboard von Petra erfolgreich zum SUP umfunktioniert.
Einen Abend gab es dann Petras heissgeliebte Spaghetti Bolognese und einen Abend ging es ins Strandrestaurant (sehr empfehlenswert!)
Heute morgen haben wir sie zum Bus gebracht, der sie zum Flughafen bringt. Also, was die Busverbindung auf Korsika in Nord-Süd-Richtung angeht — die ist schon klasse. Für wenig Geld kommt man sowohl in den Norden als auch ganz in den Süden. Zum Aufsammeln und Verabschieden von Mitseglern eine sehr gute Möglichkeit.
Wir werden jetzt hier in Solenzara noch einige Tage wegen diverser Arbeiten am Schiff bleiben und dann nach Elba hochsegeln. Unseren ursprünglichen Plan, noch einige Tage in Macinaggio zu verbringen, haben wir aufgegeben, da Heidi und MIchael erst am 20.7. aus Deutschland zurückkehren.

Und dafür opfert man Strom?

30.06.2018
Ja, die Frage stellte sich wirklich als erstes, nachdem der Inverter fast zwei Stunden 220 Volt zur Verfügung stellen musste, um das pennälerhafte Debakel sogenannter Fussballprofis beim Spiel gegen Südkorea in den heimischen Salon zu übertragen. An sich kann man nur froh sein, dass man weder Mexiko noch Schweden mit solch einer blamablen Vorstellung die Möglichkeit genommen hat, weiterzukommen. Aber damit genug der Kritik, so sparen wir wenigstens in der Zukunft Strom.
Wir liegen inzwischen in Porto Pollo – um die Ecke. Wenn dort der Anker erst einmal hält, liegt man bei fast allen Windrichtungen super ruhig und schön ist es zudem noch. Das Wetter hat sich weiter Richtung Hochsommer entwickelt -leichter Wind, über 30 Grad, Wasser 25 Grad.
Und da es ja langweilig würde, wenn nichts kaputt ginge, habe ich den gestrigen Vormittag damit verbracht, den Generator zu reparieren. Richtig, wer unseren Blog regelmäßig liest, weiß, dass wir damit bereits letztes Jahr Trouble hatten. Jetzt ging er einfach aus und sprang auch nicht mehr an. Dank der Erfahrungen des letzten Jahres hatte ich aber im Winter vorsorglich Dieselfilter, Dieselpumpe und Magnetschalter geordert und war jetzt sehr froh darüber. Erst Dieselfilter wechseln, entlüften, starten – nix! Dann Dieselpumpe tauschen – oha! Natürlich hatte man inzwischen das Modell leicht modifiziert, so dass es nicht mehr passte. Dank der tatkräftigen Mithilfe von Uwe (Praktiker) und Oliver (Ingenieur) wurden alt und neu einfach kombiniert, entlüftet und: tack, tack, tack – er läuft wieder. Das sind dann so die Momente, in denen man Bäume ausreißen könnte: Kaufmann betätigt sich als Schrauber und hat auch noch Erfolg!! Mal ganz zu schweigen von dem gesparten Geld.
Am Dienstag wollen wir nochmals nach Cala Gavetta, Wasser tanken, Strom laden und Schiff gründlich säubern. Denn schließlich kommt unsere Freundin Petra am Mittwoch an. Und dann geht es langsam Richtung Cap Corse zurück.