Ach wie schön ist buchteln…

11.6. 2017 Lacona Beach/Elba

Vor vier Tagen sind wir mit der „Spirit of the Wind“ im Konvoi in diese wunderschöne Bucht im Süden von Elba gelaufen. Tja, und seitdem liegen wir hier. Und genießen das Faulenzen, Schwimmen, mit dem Hund an Land, lesen, gegenseitige Besuche mit viel Quatscherei, Schiff säubern und polieren, Reparaturen durchführen usw.
Vor zwei Tagen waren wir ein Restaurant am Strand ausprobieren und waren richtig begeistert. Nicht nur, dass sie unseren neuen Lieblingswein von Elba auf der Karte hatten, nein, auch das Essen war einfach gut. Ich möchte ja nicht schon wieder meinen Vergleich mit der kroatischen Küche strapazieren, aber ich muss doch oft daran denken.
Insofern geht es uns gut, Sonne und Wind laden jeden Tag unsere Batterien, Wasser und Lebensmittel haben wir noch genügend an Bord – also bleiben wir noch ein paar Tage hier, bevor es am 14.6. wieder Richtung Marina geht. Und morgen werde ich mich einmal mit dem Thema Windsurfen auseinandersetzen. Das kann doch nicht sein, dass man im Alter dermassen unbeweglich wird 🙂

Nur kein Stress…

06.06. 2017 Marina Marciana/Elba

Vorgestern hatten wir mal wieder das Erlebnis der besonderen Art. Ich dachte, nachdem Nadine mehrere Tage gekocht hatte, ich schlage einmal ein ordentlich aussehendes Restaurant am Strand zum Dinner vor.
Das Ambiente war auch ganz nett, wenn gleich sie das, was ich mir vorher schon aus der Speisekarte ausgesucht hatte, nicht mehr hatten. Naja, dann halt etwas anderes. Aber irgendwie war die Auswahl sehr beschränkt, die Vorspeise ein Hauch, das Hauptgericht einen Hauch mehr, der Wein teuer….. usw. Und als dann auf der Rechnung auch noch 8 Euro für Coperto standen, ein Wasser, das wir nicht getrunken hatten und der Wein ebenfalls teurer als vorher angegeben war, da hatte ich die Nase gestrichen voll. Zumal wir beide hungrig aufstanden – vom Gesamtpreis des Abends einmal ganz abgesehen.

Insofern fiel es uns auch nicht schwer – nachdem auch die Wettervorhersage schlechteres Wetter mit Wind bis 30 kts verkündete- den Anker aufzuholen und uns für die nächsten drei Tage in diese schöne Marina zu verlegen.
Neben uns liegen auch Deutsche mit einer Fontaine Pajot und damit war der erste Abend direkt sehr kurzweilig.
Für heute hatten wir uns einen kleinen Fiat 500 gemietet, um einmal um die ganze Insel zu fahren (rund 160 km).
So wie auch schon Sardinien und Korsika gefiel uns auch Elba sehr gut. Was uns wunderte, waren die vielen deutschen PKW. Auf einen Italiener kamen rund 20 Deutsche! Fast wie auf Malle! Und fast alles nur Bayern, in der Mehrzahl TS, RO und M. Wahnsinn! Wussten wir gar nicht, dass Elba so beliebt ist.
Jedenfalls war es sehr schön; das Mittagessen in Porto Azzurro versöhnte uns mit dem letzten Dinner – qualitativ Spitze, preislich angemessen und Blick aufs Wasser – was will man mehr. Dann entdeckten wir noch per Zufall, dass es 18 Weingüter auf Elba gibt. Das alleine ließ mich bereits die Ohren spitzen, aber als ich den an sich in Sardinien beheimateten Vermentino probierte, kamen wir am Nachbunkern für das Schiff nicht vorbei – zumal er auch Nadine super schmeckte.
Ärmer im Geldbeutel, aber deutlich reicher an Erfahrungen und Eindrücken kamen wir dann wieder an unserer Purpurmond an und geniessen jetzt, während ich das schreibe, den Sundowner und den Sonnenuntergang.

Sommerurlaub -Teil I

31.5. 2017
Nach einem wunderschönen gemeinsamen langen Wochenende mit Freunden aus der alten Heimat, denen wir Oberbayern mit seinen vielen attraktiven Angeboten näher bringen konnten, ging es nun endlich wieder nach Italien.
Unsere Purpurmond schien schon ungeduldig zu warten – jedenfalls war das erste Mal über den Winter nichts kaputt gegangen und ich konnte alle Punkte, die ich so vor dem Auslaufen checke, positiv abhaken. Den Donnerstag verbrachten wir noch mit dem „Entwintern“ und dem letzten Einkauf. Nadine genoß es sehr, mal ohne mich (als Mann bekannterweise ergebnisgesteuert) durch den Supermarkt (fast die Größe einer heimischen Metro) zu gehen. Als sie nach gut zwei Stunden wieder kam, strahlte ihr Gesicht und sie meinte, endlich einmal in aller Ruhe durch alle Gänge geschlendert zu sein (ok, da war ich sogar froh, nicht mitgegangen zu sein).
Am Freitag ging es dann (leider ohne Wind) 38 sm nach Süden, sprich Elba. Hier liegen wir jetzt erst einmal ein paar Tage zum Chillen in einer wunderschönen Bucht. Sandstrand und Sandgrund in Verbindung mit einem bestens haltenden Anker auf gut 6 m, jede Menge Literatur und besagter Großeinkauf sprechen ebenfalls für ein längeres Verweilen.
Von der Planung her wollen wir die knapp drei Wochen, die wir jetzt hier unten sind, ruhig angehen. Nach Sardinien wird es erst im zweiten Teil des Urlaubs gehen und ob wir noch nach Korsika segeln, schauen wir mal. Vielleicht bleibt es auch beim Buchteln rund Elba.
Unsere Freunde, Conny und Paul, wären gerne mitgekommen sind aber „baulich“ zur Zeit noch dermassen eingespannt, dass sie es nicht schaffen. Wir hoffen aber darauf, dass Paul seine Seniorität, sein Gewicht (im übertragenden Sinn) und seine Autorität jeden Tag aufs Beste einsetzt, so dass sie hoffentlich während des zweiten Teils des Törns mitkommen.

..die Saison kann kommen

18.4. 2017, Marina Cala de Medici/Italien

Na, das tut gut! Zur Zeit haben wir wohl mal einen guten Lauf. Nachdem ich mir bereits Sorgen gemacht hatte, weil ich nach der sommerlichen Wetterphase bereits auf Sommerreifen gewechselt hatte, hatten wir richtig Glück. Das Schneechaos in Bayern begann erst am Dienstag und wir waren bereits Ostermontag dem Schmuddelwetter entflohen. Hinter dem Brenner gingen die Temperaturen schlagartig von -2 Grad bis auf 22 Grad nach oben – blauer Himmel und Sonne garnierten diese erfreuliche Entwicklung.
Irgendwie ging es nur positiv weiter: über den Winter war ausnahmsweise mal kaum etwas kaputt gegangen (1 Starterbatterie, aber das darf sie auch nach sieben Jahren) sowie eine gebrochene Feder bei den Festmacherleinen (die darf das bei den Winterstürmen auch nach sieben Jahren). Am Mittwoch ging es dann an Land und der Run ging weiter:
Meine Ölfilter-, Dieselvorfilter-, Dieselfilter- und Impellerwechsel klappten einwandfrei (da freut man sich als fachfremder Laienmechaniker) Diesel- und Dieselvorfilter waren klar (Dieselpest besiegt!), der Mechaniker, der die Manschetten des Saildrive wechseln musste, schaute sich unser Motoröl an und meinte, ich könne gerne Geld ausgeben, aber seiner Meinung nach sei das Öl noch einwandfrei (freu!), unser Bed&Breakfast stellte sich als süsses kleines Apartment mit supernetter Wirtin heraus (wir durften aus Haftungsgründen nicht an Bord übernachten), Kranen, Antifouling und die Mechanikerarbeiten wurden professionell und zu vernünftigen Preisen ausgeführt, das Wetter war deutlich schöner als in Deutschland, die Pizza lecker, die Toskana toll, der Wein gut – hach, es könnte so weiter gehen.
Ach und dann gab es noch das Erlebnis nach dem Motto „die Welt ist klein“: so lernte ich einen netten Deutschen kennen, der hier schon viele Jahre mit seiner Baltic 64 liegt. Im Laufe des Gespräches erwähnte er seine Teilnahme an der ARC 2016 – und das auf dem Schiff eines Schweizers, der in Las Palmas direkt gegenüber der My Lady gelegen hatte. Irgendwie hatten wir uns da nie gesehen, da er erst spät anreiste, aber trotzdem – ist doch witzig, oder?
So, wie gesagt, Samstag geht es wieder ins Wasser und leider brechen wir Sonntag schon wieder Richtung Heimat auf – aber nur, um das Wohnmobil zu packen, denn dann geht es damit nach IRLAND!
Aber danach geht es zum Schiff zurück, der Sommer kann kommen – Elba, Sardinien und Korsika warten auf uns – und hoffentlich auch die Amanns